Herzlich Willkommen imBerufsBildungsWerk Greifswald

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Mit den Worten „In Ehrbarkeit, in Wahrhaftigkeit, in Gerechtigkeit“, und drei Hammerschlägen auf die Handwerkslade begann Stefanie Niemeyer, Bereichsgeschäftsführerin im BBW, die Festveranstaltung für die neuen Teilnehmer*innen des BerufsBildungsWerk Greifswald. 78 junge Menschen haben in den vergangenen Tagen ihre Berufsausbildung begonnen. Im Bereich der Berufsvorbereitung testen und erproben sich in den kommenden elf Monaten 120 Jugendliche, um den für sie passenden Beruf zu finden.

Eine von Ihnen war Luka Zander. Ihr Weg in die Pappelallee 2 startete mit der Berufsorientierung. „Die vorberufliche Maßnahme war für mich sehr wichtig, um ein Gefühl für meine Stärken zu bekommen. Damals wollte ich Mediengestalterin in Bild und Ton werden und jetzt beginne ich meine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement“, unterstreicht die Greifswalderin. Bereits vor der offiziellen Gründung des BBW im Januar 1991 starteten die ersten 17 jungen Menschen in eine berufliche Fördermaßnahme. Damals begleiteten sie 7 Mitarbeiter*innen. Heute sind es 170 Mitarbeiter*innen, die ca. 450 jungen Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben und den Start in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Der Beginn des neuen Lebensabschnittes im BBW ist eine Reise durch die unterschiedlichsten Gefühlswelten. Und das wollte Luka in dem eigens für die Auszubildenden produzierten Musikvideo „Wunder“ am Anfang des Jahres auch anderen Teilnehmer*innen Nahe bringen. „Mir ist es nicht immer leicht gefallen meine Gefühle einzuordnen und zu verstehen, aber dank meiner Freunde und den Ausbildern an meiner Seite habe ich genau die Unterstützung und Orientierung erfahren, die ich gebraucht habe,“ unterstreicht Luka Zander, 1. Lehrjahr Kauffrau für Büromanagement abschließend.

Luka zeigt was es bedeutet die besten Chancen aus Bildung zu erhalten. „Unsere Jugendlichen brauchen ganz viel Mut und Durchhaltevermögen, um ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Umso wichtiger ist die Arbeit der einzelnen Fachprofessionen im BBW. Die Kolleg*innen helfen den neuen Teilnehmer*innen täglich dabei die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren,“ unterstrich Stefanie Niemeyer. Im Rahmen der Ausbildung lernen die Jugendlichen nicht nur berufliche Fertigkeiten, sie werden sich auch persönlich weiterentwickeln. Über 90 Prozent der Auszubildenden im BBW schließen ihre Abschlussprüfung im ersten Durchlauf erfolgreich ab. Zirka 70 Prozent von ihnen werden jährlich in den Arbeitsmarkt vermittelt. Der Bildungsdienstleister ist eines der größten und modernsten Bildungsunternehmen in der Region und wurde in diesem Jahr gemeinsam mit der EWN Lubmin von der IHK Neubrandenburg als Top Ausbildungsbetrieb 2022 ausgezeichnet.

Rund 100 Menschen mussten sich in kürzester Zeit aus einem Teil der Ausbildungsräumlichkeiten zu dem Sammelplatz begeben. Diese Herausforderung haben die Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen gemeistert. „Besonders mit Blick auf unsere zum Teil körperlich eingeschränkten Jugendlichen, ist die Evakuierung oft nicht so einfach. Umso dankbarer bin ich, dass unser Team die Jugendlichen mit Präzision und Professionalität in Sicherheit gebracht hat“, erklärt Julia Person, Referentin für Sicherheit und Qualität. An einem normalen Tag halten sich bis zu 400 Menschen auf dem Gelände in der Pappelallee 2 auf. Die vorher geheim gehaltene Großübung ist wichtig, um auch im Ernstfall gewappnet zu sein. Wohin wenn es brennt? Erster Anlaufpunkt ist das Mensavordach und das solange bis die Entwarnung kommt. Im Rahmen der Übung wollen die Kollegen und die Feuerwehrleute erreichen, dass sich die nötigen Abläufe in einer Krisensituation weiter verfestigen. „Der Austausch mit der Feuerwehr ist für den Notfall sehr wichtig. Der Einsatz liefert uns wichtige Anhaltspunkte, an welcher Stelle wir uns gegebenenfalls weiter verbessern können“, betont Britta Pahnke, Fachbereichsleiterin Ernährung, Wirtschaft und Verwaltung. So war in dem großen Gebäude nicht jedem Einzelnen klar, welcher Fluchtweg nach draußen für ihn der kürzeste ist. Auch hier zeigten sich die Rettungskräfte überaus kompetent. Ein Rollstuhlfahrer die Treppen runterbringen, für die Greifswalder Feuerwehr kein Problem. Am Ende dieser Übung zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit dem Ergebnis. Der größte Bildungsdienstleister im Norden ist angehalten, regelmäßig Feuerwehrübungen abzuhalten. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Übung besonders realitätsnah ausgeführt wird. Hier geht es nicht nur um die Evakuierung, sondern auch um die Kommunikation mit den Einsatzkräften vor Ort“, so Julia Person abschließend.

Insgesamt absolvieren derzeit rund 474 Teilnehmer*innen ihre Ausbildung oder Berufsvorbereitung in der Pappelallee 2 – in den unterschiedlichsten Ausbildungsberufen. Zunächst lernen die Teilnehmer*innen ihren Campus kennen, bevor sie dann mit Schwung ins Berufsleben starten.

Nach der Verabschiedung der erfolgreichen Absolventen im Juli, nimmt das Berufsleben von über 70 neuen Teilnehmer*innen Fahrt auf. Sie beginnen ihre berufliche Rehabilitationsmaßnahme im BerufsBildungsWerk. Der Rostocker Tommy – Lee Harm war vor drei Jahren einer von ihnen. „Die ersten Tage waren für mich sehr aufregend. Erste Zweifel kamen auf, die ich jedoch dank der Unterstützung der Ausbilder, schnell abbauen konnte. Und ja, heute bin ich im dritten Lehrjahr als Baufachwerker und stolz auf den Weg, den ich gegangen bin,“ unterstreicht der 21-Jährige. „Unsere Jugendlichen müssen nicht nur lernen mit ihrer Behinderung umzugehen, sondern diese auch in ihren Ausbildungsalltag zu integrieren. Haben Sie erst einmal ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, steht ihrer beruflichen Zukunft nichts mehr im Weg“, ergänzt Jens Hauschild, Ausbilder für den Bereich Agrar, Bau und Metall.

Das BBW Greifswald ist eines der größten und modernsten Bildungsunternehmen in unserer Region und wurde in diesem Jahr erneut gemeinsam mit der EWN Lubmin von der IHK als Top Ausbildungsbetrieb 2022 ausgezeichnet. „Die moderne Ausbildung auf unserem Campus ist abwechslungsreich und hat einen hohen Stellenwert für unsere Region, insbesondere mit Blick auf den weiterhin bestehenden Fachkräftemangel. Als BerufsBildungsWerk liegt unsere Kernkompetenz jedoch in der Qualifizierung von Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen. Daher unterstützen wir unsere Jugendlichen nicht nur, den gewünschten Berufsabschluss zu erreichen. Wir fördern sie darüber hinaus ganz individuell im Bereich der Lebens- und Alltagskompetenzen mit dem Ziel, gesellschaftliche und berufliche Teilhabe zu ermöglichen,“ unterstreicht Bereichsgeschäftsführerin Stefanie Niemeyer.

Traditionell sind die Ausbildungsberufe im Bereich Wirtschaft und Verwaltung sehr gefragt. Ein besonderes Interesse haben die jungen Leute in diesem Jahr für den Verkaufsbereich gezeigt. Im Ausbildungsbetrieb „InselPoint“ in der Pappelallee 2 sowie auch in Wirtschaftsbetrieben der Region konnten viele der neun angehenden Verkaufsfachkräfte das Berufsbild bereits in einer berufsvorbereitenden Maßnahme erproben und haben sich dann für eine Ausbildung im Verkauf entschieden. Durch die Verzahnung der Berufsvorbereitung mit der Berufsausbildung, gelingt es den Mitarbeiter*innen die Jugendlichen näher an die Praxis heranzuführen und damit die besten Chancen für einen guten Übergang von der Berufsorientierung hin zum Beginn einer Ausbildung zu schaffen.